So profitieren Black Hats vom massenhaften Backlinkabbau

Noch nie war es so einfach und günstig, der Konkurrenz durch Black Hat Maßnahmen zu schaden und Rankings zu vernichten. Das paradoxe daran: Schuld daran ist in erster Linie Google. Aber auch ehrliche und ordentlich arbeitende SEOs tragen dazu bei.

Wie jetzt, Google fördert Black Hat Maßnahmen? Ja, richtig! Schuld daran hat die Einführung des Disavow Tools, das von Beginn an kontrovers diskutiert wurde. Auch Webmaster, die (angeblich) negativen Einfluss durch schlechte Links auf andere Websites nehmen, wurden verunsichert.

Black Hats profitieren vom populären Linkabbau

Black Hat SEO

Black Hats profitieren von massenhaftem Backlinkabbau

Das Disavow-Tool von Google kann ein toller Helfer sein. Sinnvoll eingesetzt kann es, kombiniert mit anderen Maßnahmen, Rankings retten und einer Website wieder zu besseren Positionen in Google helfen. Wie du dabei vorgehen kannst, habe ich im Artikel „Einmal Pinguin und zurück“ beschrieben. Das Disavow-Tool war 2012/2013 die SEO-Sau, die durchs Dorf getrieben wurde. Was folgte waren massenhafte Mails an Webmaster, mit der Bitte um Entfernung der spammigen Links.

Viele SEO-Agenturen dürften im Auftrag von Kunden Absender solcher Mails gewesen sein, mich selbst eingeschlossen. Ich habe die versandten Mails nicht gezählt, aber es dürfte mindestens eine hohe dreistellige Zahl zusammengekommen sein. Zusammengefasst sah die Kommunikation mit Webmastern im Idealfall so aus:

„Kannst du bitte den Link entfernen?“
„Klar, ist erledigt.“

Was aber bei mehreren hundert versandten Mails im Auftrag von Kunden, die Opfer des Pinguins wurden, nur exakt zweimal vorkam, war diese Frage: Woher weiß ich, dass das im Auftrag der Firma XYZ geschieht?

Na, merkst du worauf es hinausläuft? So gut wie kein Webmaster fragt nach, ob man überhaupt dazu befugt ist, den entsprechenden Link zu löschen. Wie einfach ist es dann wohl, nicht nur die schlechten Links zur Kundenwebsite abzubauen, sondern auch die (guten) Links der Konkurrenz? Ich möchte mögliche Vorgehensweisen hier nicht weiter ausführen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass dieses Unterfangen strafbar ist und rate dir dringend davon ab, es umzusetzen.

Appell an Webmaster

Wozu ich aber allen Webmastern raten möchte ist, beim Erhalt einer „bitte lösche den Link“-Mail beim Absender nachzufragen, ob dieser dazu befugt ist. Möchtest du auf Nummer sicher gehen, antwortest du in etwa folgendes:

Vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne bearbeiten werde. Um sichergehen zu können, dass Sie im Wunsch der Firma XYZ handeln, bitte ich Sie darum, mir folgende Informationen zukommen zu lassen:
1) Eine Telefonnummer so wie einen Ansprechpartner der Firma XYZ um mich rückversichern zu können ODER
2) Den Wunsch um Entfernung des Links auf dem Briefpapier der Firma XYZ als PDF oder auf dem Postweg.

Für diese Überprüfung und die anschließende Entfernung des Links berechne ich eine Gebühr in Höhe von X€. Bitte teilen Sie mir mit, an wen ich diese Rechnung ausstellen darf.

Ich möchte an dieser Stelle auch nicht weiter darauf eingehen, ob es gerechtfertigt ist, Geld für die Entfernung eines Links zu verlangen. Bei dieser Vorgehensweise hast du aber eine Grundlage, mit der das einfacher zu kommunizieren ist.

Fazit

Durch die Einführung des Disavow-Tools und der Aufforderung von Seiten Googles, unnatürliche Links abzubauen, wurde das auch zigtausendfach getan. Genau damit wurde Black Hats Tür und Tor geöffnet, genau das auch für die Konkurrenz zu tun – ohne dass dabei eine Prüfung stattfindet, ob sie dazu überhaupt befugt sind. Daher ist es umso wichtiger, dass alle Webmaster bei Erhalt einer Linklöschanfrage nachfragen, ob das überhaupt rechtens ist. Denke immer daran, es könnte auch dich treffen.

Veröffentlicht von

Hi, mein Name ist Dominik und ich berichte hier über meine Erfahrungen und Beobachtungen zu den Themen Onsite-Optimierung, WordPress und Social Media. Seit Anfang 2013 bin ich auch Selbständig tätig und betreue Kunden bei Webprojekten. Wenn du dich mit mir verbinden möchtest, kannst du mir gerne auf Google+ folgen. Aber auch auf Twitter und Facebook bin ich aktiv.

8 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Schöner Hinweis, ich würde in dem Fall aber immer von Negative SEO sprechen, um Missverständnisse vorzubeugen.

  2. Ich verstehe worauf Du hinaus willst Dominik, aber ich habe da ein kleineres Problem das mit dem Recht so richtig zu verstehen.
    Hypothese:
    Ich bin jetzt Webmaster und werde gebeten einen Link auf einer meiner Seizen zu entfernen. Dann habe ICH doch immer das Recht das zu tun, denn ich könnte das ja auch ganz ohne Anweisung machen… Ist ja meine Seite :) Ob derjenige der die Anweisung gibt im Recht ist oder nicht interessiert mich erst mal ja herzlich wenig.

    Klar, das ist kein Umgang mit seinen Partnern. Würde das so ja auch nicht machen… mir geht es rein um die Diskussion / Verständnis des „Rechts“ Begriffs in diesem Zusammenhang.

    Beste Grüße und weiter so :)
    Oliver

    • Nein Oliver, so einfach ist es nicht! Du hast eventuell einen Vertrag geschlossen, mit der Agentur, die mal irgenwann bei Dir den Link gekauft hat.
      Es geht nicht immer so einfach nach dem Motto: „Auf meiner Seite lösche ich Links, wie ich will“

  3. Pingback: Wie gefährlich ist Disavow? – Linkabbau gegen Rechnung oder nicht?

  4. Hi Oliver,

    danke für dein Feedback :-)

    Klar kannst du erstmal alle Links bei dir auf der Website löschen, auch alle, auch ohne Aufforderung. Es sei denn, du hast Verträge, das heißt es sind bezahlte Links. Dann kannst du nicht so einfach löschen. Wenn du dann so einer Aufforderung nachkommst und dadurch den Vertrag nicht erfüllst, kann das rechtliche Konsequenzen haben.

    Im Artikel meinte ich aber einen anderen Fall. Angenommen ich schreibe alle Webmaster an, die deine Seite verlinken und bitte um die Entfernung des Links zu deiner Seite – dann bin ich dazu nicht befugt, ich schade dir bewusst und das ist mit Sicherheit strafbar (ich bin kein Jurist, aber die Vermutung ist naheliegend). Das wäre, wie wenn ich alle Schilder im Ort zu deinem Ladengeschäft klaue.

  5. Ich verstehe, was du hier meinst. Aber ich denke, dass das in der Realität kein Problem darstellt. Und zwar aus zwei Gründen:

    1. Wenn du einen Link verkaufst, dann hast du in der Regel einen Ansprechpartner in der SEO-Agentur. Der Wunsch, einen Link zu entfernen, kommt dann logischerweise von der gleichen SEO-Agentur. Das hast du ja schnell überprüft.

    2. Solltest du fälschlicherweise doch einen Link entfernen, dann kann der echte Käufer immer noch schreiben und bitten, den Link wieder einzufügen.

    • Ganz so einfach ist das nicht. In der Praxis sind es häufig eben auch andere Agenturen/SEOs, die sich um den Linkabbau kümmern als die, die sich um den Aufbau gekümmert haben.

      Auch deinem zweiten Punkt muss ich widersprechen. Angenommen du kaufst dir ein WordPress-Theme. Jetzt nimmt es dir irgendjemand weg und du musst den Verkäufer anschreiben und darum bitten, es wieder nutzen zu dürfen – das darf nicht sein, da du ja einen Vertrag hattest, nachdem du es uneingeschränkt nutzen darfst.

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